48 Jahre
Bäckerei-Konditorei-Kaffeestübli Sommer
Am 01.Dezember
1954 kauften meine Grosseltern Martha und Johann Wittwer, die
Liegenschaft Hauptstr. 1 in Frenkendorf. Meine Eltern, Hildi und Werner
Sommer, führten
die Bäckerei und das Tea-Room von diesem Tag an mit Unterstützung
meiner Grosseltern.
Die Liegenschaft und das Geschäft waren zu diesem Zeitpunkt in
einem sehr desolaten
Zustand. Frenkendorf hatte zu diesem Zeitpunkt vier Bäckereien
und Füllinsdorf eine
Bäckerei.Unser Haus wurde erstmals 1912 schriftlich als Bäckerei
erwähnt, vorher war es ein
Bauernbetrieb und die Depandenc des Wilden-Mann, der als "Luftkurhotel
und
Postkutschenstation" figurierte. Die Erbauung des Hauses musste
im Jahr 1663 gewesen sein,
ist doch diese Jahrzahl immer noch gut ersichtlich im Dachbalken eingebrannt.
Die
Liegenschaft war zu diesem Zeitpunkt einiges kleiner und wurde im Laufe
der Zeit immer
wieder vergrössert und umgebaut. 1963 kauften Hildi und Werner
die Liegenschaft und
bauten einen, zu dieser Zeit, stattlichen Selbstbedinungsladen, der
unter dem Logo Toura,
spätere A&O beliefert wurde. 1968 kam dann der Anbau der Backstube,
die am 1.Dez. 1968
erstmals in Betrieb genommen wurde. Wie bei allen Umbauten, war es auch
hier ein harziger
Weg bis es soweit war, hatten doch immer wieder verschiedene Behörden
und Aemter und
Heimatschutz Ihre Einsprache zu Bekunden. Zu diesem Zeitpunkt waren
wir in Frenkendorf
nur noch zwei Bäckereien, aber in etwa 3-4 mal so viele Einwohner
wie 1954.Als dann später
Coop und MM Center Schöntal kam, ging der Umsatz rapid zurück
und 1970 wurde erneut
ein Baugesuch eingereicht, mit dem Ziel eine reine Bäckerei-Konditorei
und Kaffeestübli zu
erstellen. Es wurde aber ein Baustop, von Staates her auferlegt, da
man sich dort nicht einig
war, wie die neue Strassenführung aussehen sollte. 1979 war es
dann endlich soweit und es
wurde von einem Tag auf den anderen mit dem Umbau begonnen.
Die Fussgängerunterführung war die "Lösung",
die eine Verkehrsberuhigung und
Entschärfung bringen sollte. 1980 nun konnte der heutige Betrieb
eingeweiht werden und war
zur Erleichterung meines Vaters ein voller Erfolg. Am 1.April 1984 konnte
meine Frau Lu
und ich Hansruedi die Liegenschaft im Stockwerkeigentum, käuflich
erwerben. Der Partherr
und 1.Stock gehörte von nun an uns und die Wohnungen im 2. und
3.Stock die 1983 realisiert
werden konnten, meinen Eltern. Jetzt wurde auch noch im Hintergrund
die Infrastruktur
modernisiert und angepasst, was auch nicht immer einfach war, haben
wir doch im Gebäude
nicht nur eine Bruchsteinmauer, die deutlich über einen Meter breit
sind. 1995 konnten wir
dann auch noch unsere Wohnung aushöhlen und renovieren. Es war
die einzige Wohnung, die
über 30 Jahre nur kleine Erneurungen erhalten hatte. (Zentralheizung,WC-Douches
z.B.)
Noch einige Sätze zu
unserer eher "langweiligen Familie".
Meine Grosseltern arbeiteten bis Ende des 2.Weltkrieges auf einem Bauernhof
in der nähe
von Berlin und konnten 1945 wieder in die Schweiz flüchten.Sie
wohnten von da an, mit
Ihren zwei Töchtern in Bern, wo meine Mutter lange Zeit als Bäckereiverkäuferin
arbeitete.
1951 kam ich zur Welt und 1956 und 1957 meine beiden Schwestern, Doris
und Margrit.
1967-1970 erlernte ich in Bern den Beruf des Bäcker-Konditors,
was mein Vater viele Jahre
zuvor in Neuenburg auch gelernt hatte. Meine Schwester Doris wurde Konditorin-Confiseuse
und Margrit Bäckerei-Verkäuferin. Von 1970-1977 arbeitete
ich in Frenkendorf mit meinem
Vater, in unserer neuen Backstube. Leider war mein Vater in dieser Zeit
aus gesundheitlichen
Gründen nicht sehr viel im Betrieb. 1973 im Mai heiratete meine
Frau Lu und ich Hansruedi
und was gab es?
1973 kam Sohn Michael zur Welt und 1976 Sohn Remo. Michael ist Bäcker-Konditor
und
Remo Konditor-Confiseur und Bäcker, hat leider aber Mehlstauballergie
und arbeitet jetzt im
Cafe-Restaurant als tatkräftige Unterstüzung unserer "Mama".1977
zog ich mit meiner
Familie nach Kandersteg, wo ich zwei Jahre die Stelle des Chefbäckers
hatte. 1979-1984
hatten meine Frau und ich in Wabern bei Bern eine eigene Bäckerei-
Konditorei, diese
übergaben wir unserem Arbeiter und kehrten zurück nach Frenkendorf.
Ich hoffe mit diesem Bericht
allen Lesern einige Informationen gegeben zu haben und
verbleibe mit freundlichen Grüssen
Ihr Hansruedi Sommer